Nachdem die geschädigte (verfaulte) Zahnhartsubstanz des kariösen Zahnes entfernt worden ist, wird die betreffende Umgebung gereinigt und zuletzt die saubere Kavität („Loch”) mit einem plastischen Füllungsmaterial aufgefüllt. Damit wird die normale Form und infolgedessen die normale Funktion des Zahnes wiederhergestellt und eine weitere Zerstörung des Zahnes durch die Bakterien verhindert.

Amalgam     Zahnf_Plombe

Aus welchen Materialien werden heutzutage Füllungen hergestellt?

1.  Amalgam (die „schwarze Plombe”) ist ein seit knapp 200 Jahren verwendetes, sehr preisgünstiges und leicht verarbeitbares Füllungsmaterial. Amalgam ist keine Legierung, sondern ein chemisch instabiles Gemisch aus 50% Quecksilber und restliche 50% aus Silber, Kupfer, Zinn, Zink usw.

2.  Kunststoff (die „weiße Füllung”, Composite-materialien). Diese moderne, ästhetische Materialien, die heutzutage für Füllungen von immer mehr Patienten nachgefragt sind, setzen sich hauptsächlich aus Glasteilen, synthetischem Harz und Härtungsmittel zusammen.

Composites gibt es in mehreren Farben, so dass bei den meisten weissen Füllungen kein Unterschied zu den vorhandenen Zähnen zu erkennen ist. Diese Materialien können aber durch Kaffee, Tee oder Tabak verfärbt werden, so dass sie im Frontzahnbereich nach einigen Jahren zu wechseln sind.

Es werden auch Glasionomere und Compomere (eine Mischung aus Komposit und Glasionomer) für Füllungen verwendet. Die Glasionomere sind gut verträglich, halten aber leider nicht lange Zeit dem Kaudruck stand. Die Compomere sind deswegen ein guter Kompromiss.

Welche Füllung ist besser für mich?

Amalgam versus Kunstoff. Die ewige Frage...

Amalgam dehnt sich bei der Abbindung und presst sich gut in der vorbereiteten Hohlraum hinein. Dafür muss man aber ein sorgfältiges Vorgehen beim Vorbereiten stattfinden, wo oft umsonst gesunde Zahnhartsubstanz geopfert sein muss. Ein sehr zerstörter Zahn kann dadurch brechen.

Bei Kompositfüllungen ist das anders: Hier ist nur die verfaulte Zahnsubstanz zu entfernen, Danach klebt man das Material direkt im Zahn und durch die adhäsive Befestigung kann man sogar bei stark geschwächten Zähne eine Stabilisierung des Zahnes erreichen.

Stimmt dass Amalgam toxisch ist?

Das nächste müssen Sie selber beurteilen...
Über Amalgam sind viele Bücher geschrieben worden. Es wurden „Amalgamkriege” geführt, wo man auf der einen Seite behauptet es sei komplett harmlos und empfehlt es noch immer in vielen europäischen Ländern für Füllungen beim Seitenzähnen. In den skandinavischen Ländern wurde die Verwendung als Füllungsmaterial vor kurzem verboten. Es geht in groben um das beinhaltete Quecksilber, das ein tödliches Gift ist.

Amalgam wird als giftiger Sondermüll klassifiziert, sobald es sich nicht mehr in den Zähnen befindet. Man könnte das so verstehen, dass die einzigen sicheren Aufbewahrungsorte für Amalgam im Menschen und auf Sondermülldeponien sind...

Welche Nachteile hat Kunstoff?

Wenn die Kunststofffüllung dem Zahnnerv zu nahe kommt und keine Unterlage gelegt wird, kann sie ihn reizen, so dass Schmerzen auftreten. Es ist auch möglich, dass der Nerv abstirbt und dass infolgedessen eine Wurzelbehandlung notwendig wird. Eine Unterlage, wie erwähnt, könnte die Toxizität „abmildern”.

Während der Zeit, in welcher der Kunststoff hart wird (beim Polimerisieren mit der Blaulichtlampe), kommt es zu einer Schrumpfung, so dass, man mit „Schichttechnik” arbeitet. Für eine größere Füllung sind mehrere Materialschichten nacheinander zu setzen und auszuhärten. Die Entstehung von Randspalten ist nicht ganz vermeidbar, mit anderen Worten, die Füllung dichtet unter oben genannten Umständen nicht ganz ab.

Gibt es Alternativen zu Füllungen?

Ja, es gibt Inlays, Onlays oder Kronen.

Goldfüllungen (Goldinlays oder Goldonlays) werden in einem Dentallabor angefertigt und in der Ordination einzementiert. Goldinlays werden von Zahnfleisch gut vertragen und empfehlen sich besonders durch ihre gute Haltbarkeit (bei guter Mundhygiene können sie 15 Jahre halten, meist sogar länger. Ich habe selbst welche gesehen, die sogar 50 Jahre alt waren).

Die Goldinlays werden von Zahntechniker in Oklusion (Biß) entsprechend modelliert und bieten einen angenehmen Kaukomfort.

Aus diesen Gründen betrachten viele Zahnärzte (und auch Patienten) das Gold als das beste Füllungsmaterial. Leider ist es heutzutage die teuerste Wahl, wegen den Materialkosten.

Weiße Inlays oder Onlays werden aus Porzellan (Porzellanfüllungen in Dentallabor) angefertigt und dann in oder auf dem präparierten Zahn geklebt. Ihre Farbe wird an die natürliche Zahnfarbe angepasst und das ästhetische Ergebnis ist fast ideal. Diese Restaurationen können theoretisch fast den ganzen Zahn bedecken, es gehört aber ihre Bruchanfälligkeit in solchen Fällen erwähnt. In der Regel besitzen sie eine gute Haltbarkeit und sie verfärben sich nicht.

Ist der Zustand der anatomischen Krone des Zahnes in seiner Substanz sehr geschwächt, sollte er überkront werden, um ein Zahnbruch zu vermeiden.