Eine Implantation wird für jeden individuell geplant. In einem ausführlichen Gespräch werden wir mit Ihnen, anhand von digitalen, vor Ort gemachten Röntgenbilder, eventuell auch Computertomographie (dafür werden Sie an einem Röntgenarzt zugewiesen), das genaue Behandlungskonzept mit organisatorischem Ablauf festgelegt.
Wichtig! Vor der Implantation müssen alle Entzündungen im Mund wie Karies, Gingivitis oder Parodontitis behandelt werden. Ein gesunder Zahnhalteapparat vor dem Eingriff aber auch danach ist von entscheidener Wichtigkeit für den Implantatserfolg!

Implant

Wie erfolgt die Zahnimplantation?

Unter örtlicher Betäubung wird einen Schnitt ins Zahnfleisch gemacht, um den zu implantierenden Knochenabschnitt darzustellen. Mit speziellen Bohrern wird das Implantatbett schonend vorbereitet und am Ende das Implantat eingepflanzt. Sie empfinden dabei keinen Schmerz, lediglich ein leichtes Druckgefühl. Die Operationsstelle wird für ca. 10 Tage dicht vernäht und dauert ca. eine Stunde.

Werde ich nach der Implantation ohne Zähne sein?

Nein, auf keinen Fall.
Wenn wir Ihnen ein Implantat einsetzen, werden wir Ihnen schon vorher eine provisorische Lösung (eine Brücke oder eine kleine Prothese) anfertigen, damit Sie nicht ohne Zähne bleiben. Das gilt meist für eine Sofortimplantation, oder für die Teeth in one hour“ Methode. Das Provisorium kann aber nicht immer auf Implantate erstellt werden! Wenn eine Sofortbelastung nicht möglich ist, können wir aber ein festsitzendes Provisorium mit Halt auf den Nachbarzähnen oder Nachbarimplantaten erstellen. Sollte das auch nicht möglich sein, können wir Ihnen vorübergehend ein abnehmbares Provisorium anfertigen, damit Sie nicht mit einer Zahnlücke unsere Ordination verlassen.

Was muss ich nach der Implantation beachten?

Wie nach jeder chirurgischen Eingriff, ist Ihr Verhalten unmittelbar nach der Operation, sowie die regelmäßigen Kontrolltermine bei uns für die komplikationslose Verheilung sehr wichtig. Darunter verstehen wir nicht nur die Kontrollen gleich nach der Implantation bis zu kompletter Einheilung oder Anfertigung des Zahnersatzes, sondern auch später, wo wir Sie 3-4 mal jährlich untersuchen und die Implantate professionell reinigen müssen!
Eine perfekte Mundpflege zu Hause ist absolut erforderlich für eine lange Verweildauer Ihres Implantates!
Rauchen ist ein sehr große Gefahr für die gute Einheilung Ihres Implantates!

Wann bekomme ich meine neue Zähne?

Der Belastungszeitpunkt des Implantates ist von großer Bedeutung und ist individuell zu planen. Man unterscheidet die Sofortbelastung von der Spätbelastung.
Nach der Einheilzeit wird in Lokalanesthesie über einen kleinen Schnitt der Zugang zum Implantat freigelegt (Freilegung des Implantates). Eine Einheilkappe zur Formung des Zahnfleisches (Gingivaformer) wird für ca. 2 Wochen eingesetzt.
Erst danach können wir mit der prothetischen Phase anfangen, d.h. können wir der Abdruck für die hochpräzise Kronen, Brücken oder Stege für die endgültige Versorgung nehmen. Ihr Zahnersatz wird in unseren zahntechnischen Labor hergestellt und dafür werden ausschließlich hochwertige Legierungen verwendet, minderwertige Verbindungen finden in unserer Praxis keine Anwendung. Daher können wir eine ausgezeichnete Verträglichkeit Ihres Zahnersatzes versprechen.

Freilegung Eingliederung einer implantatgetragenen Krone

Was ist eine Sofortimplantation? Was ist eine Spätimplantation?

Die Sofortimplantation bezeichnet das Einsetzen eines Implantates in das leere Zahnfach unmittelbar nach der Extraktion Ihres nicht mehr erhaltungswürdigen Zahnes. Voraussetzung ist dass direkt nach der Zahnentfernung die Alveole entzündungsfrei ist. Sofortimplantationen kommen den Bedürfnissen des Patienten am nächsten, bergen aber auch das größte Verlustrisiko. Wir bevorzugen diese Methode für den Frontbereich (Schneide- und Eckzähne), wenn der zu extrahierenden Zahn nicht beherdet (entzündet) ist und genug Knochen für die Implantation aufweist.
Die Alternative ist die Spätimplantation, wo wir erst nach vollständiger Verknöcherung des Zahnfachs (ca. 3 Monate) implantieren werden, mit geringerem Verlustrisiko. Die Methode ist unser „Standardprozedere“, mit sehr großen Erfolg in der Ordination angewendet.
Der Infektionsgefahr nach der Sofortimplantation ist größer als nach der Spätimplantation, aber eine entscheidende Rolle spielt Ihre Mundpflege bis zur kompletten Einheilung des Implantates (3-6 Monate). Während dieser Einheilsphase werden wir Ihr Implantat mehrmals in der Ordination kontrollieren.

Was ist eine Sofortbelastung? Was ist eine Spätbelastung?

Die Sofortbelastung setzt Primärstabilität (hohe Festigkeit des Implantates schon bei der Operation) voraus und bedeutet die sofortige Versorgung des Implantates mit der belastenden Suprakonstruktion (Krone, Brücke oder Prothese). Wir können gleich nach der Implantation, in derselben Sitzung eine provisorische Versorgung (Krone, Brücke, Prothese) anfertigen bzw. einsetzen. Es ist keine Freilegung des Implantates mehr notwendig, da das Implantat offen verheilt.
Die Spätbelastung erfordert eine Einheilzeit von 3-6 Monate, erst danach werden wir Ihr Implantat freilegen und die Suprakonstruktion (Zahnersatz = Krone, Brücke, Prothese) anfertigen. Es handelt sich um eine geschlossene Einheilung, wo das Implantat entzündungsfrei in Knochen unbelastet bleibt. Während dieser Zeit umschließt der Knochen das Implantat immer fester, deswegen ist das Verlustrisiko des Implantates bei der Spätbelastung viel geringer als bei der Sofortbelastung. Aus diesem Grund bevorzügen wir in den meisten Fällen die Spätbelastung.
Während dieser Zeit ist das Tragen eines (oft abnehmbaren) Provisoriums erforderlich.

Was ist teeth-in-one-hour?

Diese Methode kombiniert die Sofortimplantation mit der Sofortbelastung. In der selben Sitzung werden wir Ihren nicht mehr erhaltungswürdigen Zahn schonend extrahieren und ein Implantat in das leeren Zahnfach einsetzen. Wenn der Implantat eine Primärstabilität aufweist (genug fest im Knochen sitzt), können wir Ihnen gleich ein Provisorium auf dem Implantat (Krone, Brücke) angefertigen und einzementieren. Die Methode dauert zwar etwas länger als eine Stunde, aber Sie „kommen und verlassen“ unserer Ordination mit Zähnen im Mund.
Diese Methode ist nur unter bestimmten Bedingungen anzuwenden und erfordert Erfahrung. Wir haben sie aber bisher erfolgreich angewendet.

Was ist eine implantatgetragene Krone oder Brücke?

In diesem Fall handelt es sich um einen festsitzenden Zahnersatz:

  • wo nur ein Zahn fehlt müssen wir zum Unterschied zur Alternativ-Versorgung mit einer Brücke die Nachbarzähne nicht beschleiffen. Wir können eine implantatgetragene Krone direkt auf das Implantat einsetzen.
  • wo mehrere Zähne fehlen, können wir mehrere Implantate als Brückenpfeiler einsetzen, es ist aber nicht notwendig jeder verlorenen Zahn mit einem Implantat zu ersetzen (z.B. es fehlen 3 Zähne, wir setzen nur 2 Implantate ein). Auf diesen Implantaten wird dann eine Brücke befestigt. (Implantatgetragene Brücke)
  • Eine Möglichkeit ist nur in Ausnahmefällen zu empfehlen: Implantate und natürliche Zähne dienen gemeinsam als Brückenpfeiler (Hybrid-Brücke), weil ein Implantat fest im Knochen verankert ist und keine Bewegung zulässt, die natürlichen Zähne durch ihren Zahnhalteapparat elastisch im Knochen liegen und infolgedessen minimal beweglich sind.

Was ist eine implantatgetragene Prothese?

Da handelt es sich um einen abnehmbaren Zahnersatz.
Wenn Sie einer von den vielen Prothesenträger sind, die über einen schlechten Sitz ihrer Prothese oder schmerzhafte Druckstellen klagen, wissen Sie aus eigener Erfahrung, dass die Haftmittel diese Probleme nicht zufriedenstellend lösen.
Implantate sind für Sie in diesem Fall das Mittel der Wahl. Der Tragekomfort einer Prothese kann so erheblich verbessert werden, so dass Sie wieder natürlich sprechen, lachen und essen können, wie früher mit Ihren natürlichen Zähnen. Dabei gilt: Je mehr Implantate, um so höher der Tragekomfort.
Wir setzen diese Lösung öfter im zahnlosen Unterkiefer als im Oberkiefer ein, da die Unterkieferprothesen auch häufiger Probleme bereiten. Im Unterkiefer reichen sogar 2 Implantate (aber besser 4), im Oberkiefer müssen wir aufgrund der weicheren Knochenstruktur und Oberkieferform mindestens 4 Implantate einsetzen.
Alle Implantate werden über Stegverbindung (mit Reiter und Geschiebe) miteinander verbunden. Das dient sowohl der Stabilisierung der Implantate als auch der besseren Prothesenverankerung. Wenn die Implantate eine hohe Primärstabilität aufweisen, ist eventuell auch eine Sofortbelastung möglich.
Wenn wir Ihnen mehrere Implantate pro Kiefer einsetzen können (6 bis 8), können wir Ihre neue Prothese so gestalten, dass sie allein auf Implantate abgestützt wird. Die Kieferkämme werden so nicht mehr belastet, so dass kein Knochenabbau wie unter einer „normalen“ Prothese zu befürchten ist.

Wie muss ich meine Implantate pflegen?

Wie Ihre Mundpflege zu Hause durchzuführen ist können Sie hier lesen. Für die weite Zahnzwischenräume um den Implantat empfehlen wir entweder speziale Zahnseide (z.B. Special-floss von Meridol oder Super-floss von Oral B) oder Interdentalbürstchen, die aber eine adequate Größe für den Zwischenraum haben sollen. Nähere Details bekommen Sie gerne von unsere Mundhygienistinen.