Die Karies ist die häufigste Erkrankung der Zähnen und die Ursache für Zahnverlust bei Jugendlichen und Erwachsenen bis ca 40-45 Jahren (Ab diesem Zeitpunkt ist statistisch die Parodontitis die Hauptursache des Zahnverlustes). Deswegen sind die regelmäßigen zahnärztlichen Kontrollen absolut wichtig, da sich die Zahnkaries sehr lange Zeit komplett schmerzlos „in Hintergrund“ ausbreitet.

Was ist Karies?

Die Zahnkaries oder Zahnfäulnis ist eine Erkrankung der Zahnhartgewebe: Zahnschmelz und Dentin (Zahnbein).

Man unterscheidet eine Initialkaries (Kariesvorstufe, nur in Schmelz begrenzt), wo rechtzeitige gezielte prophylaktische Maßnahmen, wie z.B Fissurenversiegelung oder Fluoridierung noch die Weiterentwicklung stoppen kann, von einer Dentinkaries, wo die Karies schon in das Zahnbein eingedrungen ist. Hier besteht dringender Behandlungsbedarf, da sich ab diesem Zeitpunkt die Karies unterhalb des Schmelzes im Zahnbein schnell ausbreitet !

Wird eine Dentinkaries nicht behandelt, dringt die Karies weiter in Richtung Zahnmark (Zahnpulpa) vor und es entsteht eine tiefe Zahnkaries (Caries profunda) oder sogar Caries penetrans (durchdringende Zahnfäule), wo der Defekt bereits durch das Dentin hindurch die Pulpa erreicht hat und fast immer mit starke Schmerzen einhergeht.
In so einem Fall wird eine Wurzelbehandlung unumgänglich!

Die Zahnschmerzen kommen von Karies?

Ja, aber nicht immer und nicht bei allen Patienten. Am Anfang sind sehr oft überhaupt keine Schmerzen zu spüren, erst wenn die Karies den Zahn richtig zerstört hat und eine tiefe Zahnkaries entstanden ist, treten die Schmerzen bei einem Reiz wie Süßes oder Kaltes auf, die so kurz wie der Reiz selbst dauern.

Wenn aber die Karies „am Nerv“ angekommen ist (Caries penetrans), dann beginnen die heftige Schmerzen, die ein pochenden oder stechenden Charakter haben, überall ausstrahlen und sich mit keiner Schmerztablette lindern lassen.

Oft entsteht Karies in den Zahnzwischenräumen, wo man sie nicht bemerkt, und sie sich langsam in die Tiefe bis zur Zahnpulpa ausbreitet. Erst wenn sie die Pulpa erreicht hat, fangen die Schmerzen an.
Deswegen ist die regelmäßige Benutzung der Zahnseide notwendig!

Wie entsteht eine Karies?

Die Karies wird grundsätzlich von Zucker und Bakterien verursacht, die aber alleine ohne den dritten Faktor – genug Zeit - noch nichts ausrichten können. Die Zahnhartsubstanz und die Zusammensetztung des Speichels bzw genetische Faktoren spielen auch eine Rolle.

In der Zahnplaque (der weiche Belag auf den Zähnen) leben viele unterschiedliche Bakterienarten. Manche davon scheiden Säuren aus, die den Zahnschmelz auflösen können, andere produzieren Zellgifte, die das Zahnfleisch entzünden oder zerstören. Alle diese in Mund befindlichen Bakterien ernähren sich von Kohlenhydraten und Zucker!

Wie kann man Karies vorbeugen?

Die beste Möglichkeit, Karies vorzubeugen ist eine Beschränkung der Zuckeraufnahme. Notwendig sind ausreichende Pausen zwischen den Mahlzeiten, in denen der Speichel die Säuren neutralisieren und die durch Bakterien angegriffene Zahnsubstanz remineralisieren kann. Deswegen sehr wichtig ist die Häufigkeit oder Dauer des Zuckerkonsums.

Was kann man prophylaktisch dagegen tun?

Prophylaktisch wäre als erstes ein „3-Punkteplan“ gegen Karies zu empfehlen:

Eine gute Mundhygiene zu Hause bedeutet auf jeden Fall die Zähne in der Früh und am Abend zu putzen und danach einmal täglich am Abend Zahnseide oder Interdentalbürstchen zu verwenden, um die Zahnzwischenräume zu reinigen!

Prophylaktisch kann man gegen Karies Fluorisierungen und Fissurenversiegelungen empfehlen.

Was ist eine Fluoridierung?

Die Fluoridierung ist die lokale Applikation im Mund- und Zahnbereich von Fluoridgele, Fluoridlacke, fluoridhaltige Mundspüllösungen zum Zweck der Kariesprophylaxe.

Was ist eine Fissurenversiegelung?

Als Zahnfissur (Zahnspalten oder Zahnfurchen) bezeichnet man die Täler im Kauflächenrelief der Backenzähnen. Die sind normalerweise sehr tief und sehr schmal, deswegen ist eine effetive Reinigung häufig unmöglich. Infolgedessen bleiben diese Bereiche von kariesverursachenden Bakterien angesiedelt. Da der Zahnschmelz an dieser Stelle sehr dünn ist, entsteht schnell eine tief in die Zahnkrone eindringende Fissurenkaries, die klinisch und röntgenologisch schwer zu erkennen ist.

Deshalb ist es sinnvoll, kurz nach dem Zahndurchbruch die noch kariesfreien Fissuren mit einem dünnflüssigen Kunstharz (Komposite-Harz) von Zahnarzt versiegeln zu lassen. Auch wenn die Fissur leicht kariös ist, kann man sie noch schonend erweitern, reinigen und trotzdem versiegeln (erweiterte Fissurenversiegelung)

Was sind die Folgen von Zahnkaries?

Als erstes zu benennen ist der Verlust von Zahnhartsubstanz, die mit einem künstlichen Zahnfüllungsmaterial zu füllen ist. Falls die Karies schon tiefer eingedrungen ist, entsteht eine Entzündung der Pulpa (Zahnmark), wo eine Wurzelbehandlung notwendig wird.

Falls man noch immer nicht behandelt wird, dann kann eine apikale Parodontitis (Entzündung des Zahnhalterapparates an der Wurzelspitze) oder weiters Abzesse und sogar Osteomyelitis entstehen.

Bei einer bereits gefüllten Stelle an Zahn kann erneuert Karies entstehen, da es ein absolut perfektes Füllungsmaterial noch nicht gibt. Es kann entweder eine Sekundärkaries entstehen, wobei es sich um eine erneute Erkrankung der ursprunglich gesunden Zahnhartsubstanz, am Rand der alten Füllung handelt, oder eine Kariesrezidiv, wo es sich um das erneute Aufflammen einer nicht vollständig entfernten Karies handelt.