Eine Zyste ist ein flüssigkeitsgefüllter chronisch entzündeter Hohlraum im Kieferknochen.
Meist gehen Kieferzysten von Wurzeln devitaler (marktoter, wurzelbehandelter) Zähne aus ("radikuläre Zysten"). Andere finden ihren Ursprung in der Umgebung der Kronen verlagerter Zähne ("follikuläre Zysten"). Es gibt auch Kieferzysten, die nicht von Zähnen ausgehen.

Warum muß eine Zyste entfernt werden?

  • Die Zysten wächst ununterbrochen weiter und führt zur Auftreibung des Kieferknochens
  • die Zyste kann sich entzünden und zu einer infizierten Zyste oder Abszess führen
  • Durch ihr Wachstum kann es zur Verdrängung bzw. Schädigung benachbarter Zähne führen
  • Sie kann sich in die Kieferhöhle bzw. Nasennebenhöhlen ausbreiten
  • wenn Sie sehr groß wird, kann eszur fortschreitenden Schwächung des Kieferknochens mit Frakturgefahr führen Zysten sind grundsätzlich gutartige Gebilde, absolut selten neigen sie zur bösartigen Veränderung. Wir schicken aber immer eine Probe zur Gewebeuntersuchung ins Labor. Sie dient dem sicheren Ausschluss von malignen Prozessen im Knochen.

Wie läuft den Eingriff ab?

In örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) setzen wir einen Schleimhautschnitt und stellen den Knochen über der Zyste dar. Abhängig von der Zystengröße, gibt es zwei Operationsmethoden:

  • Eine Zystenausschälung (Zystektomie), bei kleineren Zysten
    Bei der Zystektomie tragen wir der Knochen über der Zyste ab und schälen die gesamte Zyste aus. Den „eitrige“ Zahn können wir meist durch eine Wurzelspitzenresektion erhalten. Wenn das nicht mehr möglich ist, werden wir ihn extrahieren. Wir vernähen die Wunde für 10-14 Tage. Es dauert ca. 3 Monate, bis die Knochenhöhle wieder mit Knochen ausgefüllt ist. Bei größeren Zysten können wir eventuell Kollagen oder Knochenersatzmaterial in den Hohlraum einbringen.
    Der Zystenbalg wird routinemäßig zu einer histologischen Untersuchung in ein Labor geschickt.
  • Zystenfensterung (Zystostomie), bei sehr großen Zysten
    Bei einer Zystostomie ist meist aus anatomischen Gründen eine völlige Entfernung des Zystengewebes nicht möglich. Durch Abtragen der knöchernen Wand wird die Zyste zur Mundhöhle geöffnet. Damit entfällt die Wachstumspotenz der Zyste und es kommt zu einer knöchernen Ausheilung. Der Zystenhohlraum wird mit einem Gazestreifen für mehrere Wochen austamponiert.
    Der Zystenbalg wird routinemäßig zu einer histologischen Untersuchung in ein Labor geschickt.

Welche Komplikationen sind möglich?

  • Rezidiv (Zystennachbildung, Monate bis Jahre danach), vor allem wenn im Laufe der Operation nicht möglich war, den ganzen Zystenbalg zu entfernen. Meist spielt die anatomische Gegebenheit eine große Rolle.
  • Wundheilungsstörungen und lokalen Entzündungen werden wir durch die Gabe von Antibiotika entgegenwirken.
  • Bei der Entfernung einer Zyste im Oberkiefer können die Nasennebenhöhlen eröffnet werden. Diese werden noch während der Operation dicht verschlossen.
  • Verletzung benachbarter Zähne.
  • Je nach Größe der Zyste können angrenzende Zähne in die Zyste hineinragen, die im Zuge der Operation ebenfalls durch eine Wurzelspitzenresektion (und Wurzelbehandlung) behandelt werden müssen.
  • Im Oberkiefer kann es aüßerst selten zu einer Schädigung der Nerven in Oberkiefer (außen: Gefühlstörung der Lippe, Wange, Nase bzw. Innen: Taubheitsgefühl und Geschmacklosigkeit im Gaumen) kommen.
  • Im Unterkiefer kann es zu Verletzungen des Hauptnerves (Nervus alveolaris inferior) kommen, mit vorübergehenden, selten bleibenden Gefühlsstörungen im Bereich der Zähne, der Unterlippe oder des Kinnes auf der entsprechenden Seite.
  • Äußerst selten, bei sehr großen Zysten und vor allem bei vorher bestehenden Erkrankungen kann es zu Kieferbruch kommen.
  • Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien) gegen Betäubungsmittel oder eingesetzte Medikamente sind sehr selten: Sie führen zu Erscheinungen wie Juckreiz und Hautrötung, bis hin zu Krampfanfällen, Atemnot und Kreislaufstillstand. Diese werden sofort behandelt.

Verhalten nach der Operation